ARE YOU SQUEEZED?


 Artikel aus der Esslinger Zeitung vom 4.08.14

Konzert Waldbühne -Esslingen Zollberg

2.08.2014

Barfuß tanzend im Regen

ES-ZOLLBERG: Squeezed überzeugt mehr als 400 Besucher bei Rock am Stock auf der Waldbühne

 

Mit Spielfreude und Supersound bringt Squeezed das Publikum umgehend in Fahrt. Und Power-Lady Sandy Heller singt „I will survive“. Foto: Koch

Von Iris Koch

Die Szenerie mutete an wie einst in Woodstock: Ausgelassene Menschen tanzten im strömenden Regen, während die Stuttgarter Rockband Squeezed ein mitreißendes Konzert ablieferte. Das 4. Rock-am-Stock- Open-Air auf der Zollberger Waldbühne der TSG Esslingen hatte mit Wetterkapriolen zu kämpfen. Davon ließen sich aber weder das Publikum noch die Band abhalten.

ANSTECKENDE SPIELFREUDE

Ein sintflutartiger Regenguss war am späten Nachmittag auf den idyllischen und von Bäumen umringten Platz niedergegangen. „Wir haben es vorhin kaum für möglich gehalten, dass wir heute hier spielen können“, sagte Sänger Ralph Heidorn und bedankte sich beim Publikum, das zahlreich und bestens gelaunt erschienen war. Zur großen Erleichterung der Veranstalter vom ehrenamtlichen Team des Jugendhauses t1 schien kurz vor Konzertbeginn wieder die Sonne, und die Band konnte loslegen. Mit ansteckender Spielfreude und hervorragendem Sound brachten Squeezed ihr Publikum umgehend in Fahrt. Bei den nostalgischen Klängen der Rock-Klassiker von Pink Floyd bis zu den Rolling Stones ließen sich die Fans nicht lange bitten und füllten die bereits etwas aufgeweichte Tanzfläche rasch. Gänsehautfeeling verbreitete sich, als sich die stimmgewaltige Sängerin und Power-Lady Sandy Heller Hits wie „I will survive“ von Aretha Franklin oder „Because the Night“ von Patti Smith vornahm.

Bejubelt wurde auch Sänger Ralph Heidorn, der legendäre Songs wie „Gimme Shelter“ ablieferte und dabei so hyperaktiv über die Bühne joggte wie Mick Jagger persönlich. Vor der Bühne fand sich indes eine bunt gemischte Menge zum gemeinsamen Abrocken ein: Unter die in Ehren ergrauten Herrschaften, die elastisch ihre Hüften schwenkten, mischten sich auch immer mehr Teenager und junge Leute, die sich offensichtlich bestens amüsierten.

Die ursprüngliche Idee von Rock am Stock sei es gewesen, auch für ältere Semester regelmäßig Musik-Events auf die Beine zu stellen, erklärte Norbert Murken vom t1-Team. Die Hits aus den 60er- bis 80er-Jahren seien musikalische Erinnerungen, „die man auch noch hören kann, wenn man am Stock geht“, so Mario Erdmann, der ebenfalls im ehrenamtlichen Team mitarbeitet. Alle sechs Wochen lädt Rock am Stock ins t1; seit 2011 kam als jährliches Highlight das Konzert auf der von der TSG organisierten Waldbühne hinzu. Ohne die tatkräftige Unterstützung des Vereins lasse sich das nicht stemmen, betonte Murken: „Da sind wir sehr dankbar.“ Beim Publikum hat sich die Waldbühne längst etabliert.

ERINNERUNGEN WERDEN WACH

Trotz fragwürdigen Wetters kamen diesmal immerhin 440 Gäste zum Konzert. Und sie erwiesen sich als wasserfest: Als etwa zur Halbzeit des Abends der Himmel seine Schleusen wieder öffnete, tat das der Stimmung keinen Abbruch - und die Band spielte voller Elan weiter. Viele zogen sich an die überdachten Biertische oder in die Bar zurück. Andere ließen Erinnerungen an Woodstock wach werden und tanzten mit gen Himmel gereckten Armen im strömenden Regen, barfuß im Matsch oder mit durchweichten Schuhen.